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Pferdegestützte Psychotherapie

Pferde sind Flucht- und Beutetiere und zum Überleben darauf angewiesen, Situationen und andere Lebewesen schnell und sicher einschätzen zu können. So sind sie in der Lage, auf mehrere hundert Meter Entfernung wahrzunehmen, ob ein sich näherndes Raubtier hungrig ist oder bereits gefressen hat. Pferde leben im Herdenverband, weil nur eine Herde ihnen ausreichend Schutz bietet und verfügen über ein sehr differenziertes Sozialverhalten, sie sind kontaktfreudig und beziehungsorientiert. Sie kommunizieren über ihre Körpersprache und sind dabei durchgehend kongruent in Ausdruck und Absicht.

Auf ihr Gegenüber – gleichgültig ob auf ein anderes Pferd, einen Menschen oder irgendein anderes Lebewesen – reagieren Pferde immer neu und immer authentisch. Pferde reagieren dabei auf das Auftreten und die erkennbaren und nicht erkennbaren Absichten ihres Gegenübers ohne dass sie sich beeindrucken und beeinflussen ließen von Statussymbolen, Alter, Geschlecht, akademischen Titeln o.ä. Pferde nehmen all das wahr, was ein Mensch durch seine Körpersprache ausstrahlt und mitteilt. Und damit nehmen Sie auch das wahr, was uns selbst nicht bewusst ist und hinter Handeln und Denken verborgen ist, und genau aus diesem Grund zu Symptomen führt, die manchmal in der klassischen Psychotherapie schwer zugänglich sind.

Pferde handeln im Kontakt als Spiegel des Menschen, indem sie ihm sein eigenes kommunikatives Verhalten, seine inneren Haltungen, seine unbewussten Dynamiken, Ängste, Aggressionen, Erinnerungen und Denkmuster sichtbar, erlebbar und spürbar machen.

Im therapeutischen Prozess werden so unbewusste Inhalte durch die Arbeit mit dem Pferd zuerst zugänglich, und anschließend veränderbar.