Sie kontrollieren, prüfen, zählen oder wiederholen Handlungen – obwohl Sie das nicht wollen und sich völlig klar darüber sind, dass es nicht nötig ist? Und dennoch können Sie es nicht abstellen? Diese Zwänge bestimmen Ihren Alltag zeitweise oder durchgehend so stark, dass ein normales Leben kaum noch möglich ist und Sie unfassbar viel Kraft kostet?
Ihre Zwänge machen Sie hilflos, sie fühlen sich ihnen ausgeliefert?
Ziel einer Therapie gegen Zwänge in meiner Praxis ist es nicht, Zwänge aushalten zu lernen, graduell etwas zu reduzieren oder dauerhaft gegen sie anzukämpfen. Ziel ist es, dass die zugrundeliegenden Ursachen wegfallen und der Zwang dadurch seine Funktion verliert.
Was macht Zwänge aus?
Ich betrachte Zwänge als besondere Form der Angstabwehr. Menschen mit Zwängen erleben intensive innere Anspannung, Unsicherheit oder Bedrohungsgefühle. All das bleibt häufig völlig unbewusst und lässt sich nicht ausreichend regulieren. Zwangshandlungen oder Zwangsgedanken wirken in diesem Zusammenhang als kurzfristig funktionierende Strategie. Sie reduzieren Angst, stellen innere Ordnung her und bewirken das Gefühl von Sicherheit und der Rückgewinnung von Kontrolle.
Genau darin liegt das Problem. Je häufiger diese Strategie eingesetzt wird, desto stärker verfestigt sie sich. Angst und Zwang beginnen sich gegenseitig zu verstärken. Der Zwang wird zur bevorzugten Form der Angstabwehr und entwickelt mit der Zeit ein Eigenleben. Der Alltag wird zunehmend eingeschränkt, das innere Erleben kreist immer stärker um Kontrolle, Absicherung und Ausübung der Zwänge.
Biografische Hintergründe von Zwängen
In meiner therapeutischen Arbeit zeigt sich bei Menschen mit Zwangssymptomen sehr häufig ein gemeinsamer biografischer Hintergrund: Erfahrungen von Hilflosigkeit, Ohnmacht und Kontrollverlust.
Diese Erfahrungen können weit zurückliegen. Entscheidend ist dabei nicht das einzelne Ereignis, sondern das wiederholte Erleben, irgendwie ausgeliefert zu sein, keine oder zu wenig Einflussmöglichkeiten zu haben oder Situationen nicht steuern zu können. Vor diesem Hintergrund wird der Zwang anders verständlich:
Der ausgeprägte Wunsch nach Kontrolle entsteht häufig als Gegenbewegung zu früherem Kontrollverlust. Zwänge bewirken zunächst kurzfristig das Gefühl von Handlungsfähigkeit, schaffen Struktur, Vorhersagbarkeit und scheinbare Sicherheit dort, wo diese innerlich nicht vorhanden ist.
Warum reine Verhaltensmodifikation nicht ausreicht
Dieser biografische Kontext der Entstehung von Zwängen zeigt sehr deutlich, dass es nicht ausreicht, wenn in der Therapie auf der Ebene von Symptomen gearbeitet wird. Solange Zwänge ausschließlich auf der Verhaltensebene behandelt werden, bleiben die zugrundeliegenden Ängste und belastenden Erfahrungen bestehen. Der Zwang mag reduziert oder vorübergehend unterdrückt werden, die innere Unsicherheit aus belastenden biografischen Erfahrungen – und damit die Angst, die durch den Zwang abgewehrt wird – bleibt jedoch unverändert erhalten.
Eine wirksame Therapie muss deshalb alle Ebenen berücksichtigen:
- Die Unsicherheit und Angst, die dem Zwang zugrunde liegt
- Die belastenden biografischen Erfahrungen
- Der Druck, den Zwang auszuüben
Therapeutischer Ansatz gegen Zwänge in meiner Praxis
In meiner Praxis arbeite ich deshalb auf allen drei Ebenen parallel mithilfe eines multimethodischen Ansatzes. Therapeutisch werden sowohl die angstbezogenen inneren Zustände und Unsicherheiten in den Blick genommen, als auch die ursächlichen Erlebnisse und Muster in der Biografie. Gemeinsam mit dem Druck, den Zwang auszuüben, wird beides sukzessiv vor allem mit EMDR und hypnotherapeutischen Verfahren bearbeitet und verändert. Ziel ist nicht die Kontrolle der Zwangssymptome oder dauerhafte Selbstüberwachung. Ziel ist eine nachhaltige Stabilisierung, die den Zwang überflüssig macht.
Für mehr Informationen oder Interesse an einem ersten Gespräch oder Therapieplatz erreichen Sie mich jederzeit telefonisch und über WhatsApp unter 0157 30969969 oder per mail unter brands.carolyn@gmail.com
In meinem Podcast Inside Therapie finden Sie viele weitere Infos und können Patienten hören, die von ihrem Weg zum Therapieerfolg berichten
Spezielles Therapie-Format:
Es besteht auch die Möglichkeit, Ihr Thema in einer Kompakt-Therapie zu behandeln. In wenigen Tagen intensiver Behandlung erreichen sie in angenehmer Wohlfühlatmosphäre deutliche Erfolge, die sonst Wochen oder Monate benötigen würden. Terminstress und Alltags-Themen bleiben außen vor und Sie können unabhängig vom Therapieangebot an Ihrem Heimatort meinen besonderes Therapiekonzept in Anspruch nehmen!
