Generalisierte Angststörung – wirksame Therapie

Die generalisierte Angststörung zeigt sich nicht durch einzelne Angstanfälle, Panikattacken oder ganz bestimmte angstauslösende Situationen. Sondern durch einen dauerhaft erhöhten Alarmzustand.

Wenn Sorgen nicht mehr aufhören

Betroffene sind nicht ängstlich im landläufigen Sinn. Sie sind innerlich ständig angespannt, wachsam, gedanklich aktiv – oft ohne klar benennen zu können, wovor sie sich eigentlich fürchten.

Die Angst hat kein klares Ziel. Sie ist allgegenwärtig.

Wie sich eine generalisierte Angststörung zeigt

Typisch ist ein ständiges gedankliches Kreisen um Sorgen zu ständig wechselnden Themen. Die sorgenvollen Gedanken können sich an jedes beliebige Thema binden und wechseln oft. Kaum ist ein Gedanke beruhigt, taucht der nächste auf. Nicht dramatisch, nicht überwältigend, dafür aber unaufhörlich. Man kommt nie zur Ruhe.

Körperliche Begleiterscheinungen

Die dauerhafte innere Alarmbereitschaft lässt den Körper nicht unbeeinträchtigt und es kann zu diversen körperlichen Begleiterscheinungen kommen:

  • Anhaltende Muskelverspannungen
  • Druckgefühl im Brustkorb
  • Flache oder angespannte Atmung
  • Magen-Darm-Probleme
  • Schlafstörungen
  • schnelle Erschöpfbarkeit
  • Reizblase
  • uvm…

Der Körper ist ständig in Erwartung drohender Gefahren und dadurch auch ständig in der Bereitschaft zu flüchten oder zu kämpfen.

Neurobiologie bei generalisierter Angst

Bei der generalisierten Angststörung ist nicht „das Denken“ das Problem. Die sorgenvollen Gedanken lassen sich nicht willentlich abstellen. Das Problem liegt in einem dauerhaft überaktiven Nervensystem.

Der Körper befindet sich im Zustand ständiger Alarmbereitschaft – auch dann, wenn objektiv gar keine Gefahr besteht. Das Alarmsystem schaltet einfach nicht mehr zurück in Ruhe. Es verhält sich, als müsse es permanent vorbereitet sein. Gedanken und Sorgen sind kein Auslöser, sondern der Versuch, diesen inneren Zustand zu kontrollieren und zu erklären.

Wie der Körper in diese dauerhafte Alarmbereitschaft gerät

Dieser Dauer-Alarmzustand entsteht nicht zufällig als biologische Variante. Er ist erlernt – nicht bewusst, sondern vom autonomen System, also auf der Körperebene erlernt. An einem Punkt im Leben – das kann auch schon sehr früh in der Kindheit gewesen sein – gab es über längere Zeiträume ungünstige Bedingungen, Konstellationen, Situationen, die überfordernd und destabilisierend und nicht sicherheitsgebend waren. Der Körper lernt dann, wachsam sein und bleiben zu müssen. Er lernt, vorauszudenken, Spannungen auszuhalten, mögliche Gefahren früh zu erkennen. Dieser Zustand der Daueraktivierung wird dann mit der Zeit zur neuen Normalität:

  • Anspannung wird als selbstverständlich erlebt
  • Ruhe fühlt isch ungewohnt oder sogar bedrohlich an
  • Abschalten gelingt nicht mehr

Der Körper bleibt vorbereitet – auch dann, wenn die ursprünglichen Umstände – die tief zugrundeliegende Ursache – längst vorbei sind. Die Symptome der generalisierten Angststörung sind also kein „Fehlalarm“, sondern das Ergebnis eines Nervensystems, das gelernt hat, dass Vorsicht und Kontrolle notwendig sind, um stabil zu bleiben.

Generalisierte Angststörung: die Auswirkungen im Alltag

Für denjenigen, der unter einer generalisierten Angststörung leidet, heißt das, dass man selten bis nie einfach entspannt und gelassen einen Tag durchleben kann. Dass man viele Dinge des Lebens nie genießen kann, die für andere ganz selbstverständlich sind.

Das Leben mit einer generalisierten Angststörung ist deshalb in den meisten Fällen ausgesprochen anstrengend. Die allermeisten Betroffenen können nur schwer eine Vorstellung davon entwickeln, wie es ohne diese Symptome sein könnte.

Wie EMDR bei generalisierter Angststörung wirkt

Neurobiologisch zeigen sich bei generalisierter Angststörung unter anderem eine erhöhte Aktivität limbischer Strukturen – insbesondere der Amygdala – sowie eine eingeschränkte hemmende Regulation einzelner Hirnareale.

Diese Konstellation führt dazu, dass das Nervensystem – aufgrund der o.g. biografischen Erfahrungen – Bedrohung auch dort signalisiert, wo objektiv keine Gefahr besteht.

Die anhaltende innere Alarmbereitschaft drückt sich im Bewusstsein dann durch Sorgen und sorgenvolles antizipierendes Denken aus.

Während der EMDR-Verarbeitung werden belastende, angstassoziierte Erinnerungs – und Erfahrungsmuster unter bilateraler Stimulation erneut aktiviert und gleichzeitig neu integriert. Dabei kommt es zu einer Reorganisation der Gedächtniswerke, wodurch vorher angstaktivierende inhalte ihre alarmierende Wirkung verlieren.

Für die generalisierte Angst bedeutet das: Nicht nur die aktuellen Sorgen stehen im Zentrum der Behandlung, sondern auch und wesentlich die zugrundeliegenden Erfahrungen von anhaltender Unsicherheit und Gefahr. Die automatisiert ablaufende Stressreaktion wird nicht mehr aktiviert und die neuronale Kopplung zwischen Auslösern und Alarmreaktion wird neu organisiert.

In der Folge nimmt die Grundanspannung ab und das Nervensystem kann sich wieder zwischen relevanter Gefahr und alltäglicher Belastung unterscheiden.

EMDR wirkt bei generalisierter Angst also sowohl auf die aktuellen Symptome, als auch auf die zugrundeliegenden neuronalen Verknüpfungen, die zum Dauer – Alarmzustand geführt haben.

Für mehr Informationen oder Interesse an einem ersten Gespräch oder Therapieplatz erreichen Sie mich jederzeit telefonisch und über WhatsApp unter 0157 30969969 oder per mail unter brands.carolyn@gmail.com

In meinem Podcast Inside Therapie finden Sie viele weitere Infos und können Patienten hören, die von ihrem Weg zum Therapieerfolg berichten. Eine Podcast-Episode zu EMDR finden Sie HIER