Mobbing – wenn Angriffe krank machen

Mobbing ist kein Missverständnis. Kein Konflikt. Und schon gar kein persönliches Versagen.

Wer über längere Zeit gezielt angegriffen, ausgegrenzt, herabgewürdigt oder schikaniert wird, erlebt eine massive psychische und körperliche Belastung. Viele Betroffene spüren sehr früh: Hier stimmt etwas nicht. Und oft bleiben sie trotzdem noch sehr lange im mobbenden Kontext. Meist aus Unsicherheit, Loyalität, Angst oder der Hoffnung, dass es irgendwann aufhört und wieder besser wird. Das aber tut es meist nicht.

Warum Mobbing so stark und tief verletzt

Mobbing greift nicht nur einzelne Verhaltensweisen eines Menschen, sondern die Person als Ganzes. Mobbing zielt darauf ab, das Selbstvertrauen zu untergraben, Handlungsmöglichkeiten zu verringern und dem Opfer das Gefühl zu geben, sich auf niemanden mehr verlassen zu können und vollständig isoliert zu sein.

In den allermeisten Fällen findet Mobbing an Stellen statt, an denen Menschen existenziell gebunden sind und aus denen sie sich deshalb nicht einfach zurückziehen können: am Arbeitsplatz, in der Ausbildung, im Studium oder anderen, ähnlich existenziellen Kontexten.

Wie der Körper auf Mobbing reagiert

Sehr viele Betroffene entwickeln schon in frühen Phasen des Mobbinggeschehens körperliche Symptome. oft schon lange, bevor Ihnen bewusst wird, was vor sich geht und womit sie es zu tun haben.

Die dann auftauchenden psychosomatischen Symptome entstehen aufgrund eines dauerhaft aktivierten autonomen Nervensystems und können alle Körperbereiche betreffen und sehr individuell sein. Sie sind ein klarer Ausdruck davon, dass Ihr Körper sich über die Wucht des Angriffs klar ist – auch wenn man selbst noch nicht klar realisiert hat, was geschieht.

Psychische Folgen von Mobbing

Mobbing kann, insbesondere bei längerer Dauer, ähnliche Spuren hinterlassen wie chronische traumatische Erfahrungen. Auch Mobbing löst Hilflosigkeit, Ohnmacht und Kontrollverlust aus. Das hat nichts mit der individuellen Sensibilität zu tun, sondern entsteht, weil wie oben beschrieben, wiederholte psychische Verletzungen reale neurobiologische Folgen haben.

Häufig entstehen:

  • Ängste und innere Unruhe
  • Depressive Symptome
  • Grübelzwänge
  • Reizbarkeit, Aggression oder Rückzug
  • Konzentrationsprobleme
  • Starke Selbstzweifel
  • suizidale Gedanken

Die quälende Frage nach der eigenen Schuld

Fast alle Mobbingopfer stellen sich irgendwann dieselben Fragen: Warum ich? Was habe ich falsch gemacht? Was stimmt mit mir nicht?

Die Forschung hat darauf eine klare und eindeutige Antwort: Es gibt keine! spezifischen Persönlichkeitsmerkmale, die Menschen zu „typischen Mobbingopfern“ machen. Mobbing entsteht in Kontexten mit bestimmten, Konstellationen – bei starken Machtgefällen, Führungsschwächen, ungünstigen organisationalen Strukturen. Es liegt also nicht an Ihnen!

Warum Abwarten selten hilft

Ein wirklich weit verbreiteter Impuls ist, die Situation „auszuhalten“ und irgendwie durchzuhalten, in der Hoffnung, dass das Mobbing von alleine wieder nachlässt. Das Problem ist, dass Mobbingprozesse aber in der Regel einer eskalativen Logik folgen. je länger das Mobbing andauert, desto mehr und stärker verfestigen sich die Strukturen, Rollen, Zuschreibungen und Dynamiken. Studien zeigen, dass selbst der Versuch, sich zb im Betrieb durch innerbetriebliche Interventionen Hilfe zu holen zu spät greift oder die Situation noch verschärft.

Wenn Sie Mobbing erleben, dann sind Sie tatsächlich ein OPFER!

Deshalb ist es wichtig, sich rechtzeitig Hilfe von Außen zu holen. Die Tatsache, dass Mobbing trauma-ähnliche Zustände hervorrufen und langfristige Auswirkungen haben kann, bedeutet, dass Sie eine spezielle Therapie benötigen, die sich grundsätzlich an Ihrer Opfersituation orientiert. Die Therapie sollte mit EMDR an den neurobiologischen Folgen ansetzen und darüber hinaus auf die Wiederherstellung von Handlungsfähigkeit, Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit abzielen.

Ein abschließender Gedanke

Mobbing betrifft viele Menschen – und doch fühlt man sich in der Mobbingsituation fast immer erschreckend alleine damit. Ich denke, das liegt zum Teil mit daran, dass es sich unfassbar schwer anfühlt, mit Dritten über etwas zu sprechen, das so sehr die eigene Würde untergräbt.

Wenn Sie sich in vielem wiedererkennen, nehmen Sie das bitte ernst und sorgen gut für sich!

Für mehr Informationen oder Interesse an einem ersten Gespräch oder Therapieplatz erreichen Sie mich jederzeit telefonisch und über WhatsApp unter 0157 30969969 oder per mail unter brands.carolyn@gmail.com

In meinem Podcast Inside Therapie finden Sie viele weitere Infos und können Patienten hören, die von ihrem Weg zum Therapieerfolg berichten