Mein Kind verweigert Therapie – was kann dann helfen?

Ihr Kind verweigert Therapie?: Nein, auf gar keinen Fall! Ich brauche keine Therapie!…Ich geh da nicht hin! Du kannst mich nicht zwingen!….

Was tun, wenn Ihr Kind nicht zur Therapie will?

Sie sehen, dass Ihr Kind leidet. Spürbar und längere Zeit leidet. Und gleichzeitig stoßen Sie immer wieder an dieselbe Grenze: Es will nicht darüber sprechen. Es will nicht zur Therapie. Es blockiert.

Kein Gespräch darüber führt weiter. Kein Abwarten hat bisher etwas verändert oder Entlastung gebracht. Und zunehmend entwickelt sich in diesem Stillstand auf allen Seiten mehr Unsicherheit und Leidensdruck.

Kinder vermeiden – nicht weil sie nicht wollen, sondern weil sie nicht können

Kinder und Jugendliche sind keine kleinen Erwachsenen. Sie regulieren sehr oft Überforderung nicht über Sprache, Einsicht, Reflexion, sondern über Vermeidung.

Das ist fachlich gut erklärbar: Belastende Themen aktivieren Angst- und Stresssysteme. In diesen Zuständen stehen Sprache, Einordnung und kognitive Verarbeitung nur eingeschränkt oder gar nicht zur Verfügung. Vermeidung ist dann keine Entscheidung, sondern eine Schutzreaktion.

Wenn ein Kind sagt: „ich will da nicht hin“, heißt das in der Regel nicht: Ich brauche keine Hilfe.

Sondern: Das, was mich belastet ist mir selbst zu nah, zu groß, zu beängstigend.

Therapieangst ist kein Kinderproblem – Erwachsene haben sie genauso

Auch viele Erwachsene haben Angst vor Therapie. Sie sind nervös, schlafen schlecht, ihnen ist übel vor den ersten Terminen. Sie haben Angst vor dem, was aufkommen könnte. Vor Kontrollverlust, vor Bewertung.

Der Unterschied ist nicht die Angst – sondern der Umgang damit. Erwachsene können sie rationalisieren oder sich entscheiden, sie zu übergehen. Kinder können das nicht.

Deshalb ist es kein sinnvolles Kriterium, therapeutische Hilfe vom Wunsch oder von der Zustimmung eines Kindes abhängig zu machen!

Ihr Kind verweigert Therapie: Ein fataler gesellschaftlicher Denkfehler

In Deutschland werden psychische Belastungen anders behandelt, bewertet und eingeschätzt, als körperliche.

Bei körperlichen Themen fragt niemand: Willst du untersucht werden? Möchtest du das wirklich? Bist du bereit, dich damit auseinanderzusetzen? Überspitzt formuliert: „Möchtest du die OP wegen deines akuten Blinddarms oder lieber nicht“? Auf diese Fragen käme niemand in keiner medizinisch relevanten Situation.

Wenn ein Kind schlecht sieht, entscheidet kein Kind über eine Brille. Bei starken Schmerzen entscheidet kein Kind über medizinische Abklärung. Bei chronischen Beschwerden entscheidet kein Kind, ob Hilfe sinnvoll ist.

Bei psychischen Belastungen tun wir dann aber plötzlich so, als sei Zustimmung die relevante Voraussetzung für Unterstützung.

Das ist kein Schutz von Autonomie. Das ist Überforderung.

Wer entscheidet bei Kindern über therapeutische Hilfe?

Die Antwort ist so klar wie kurz: Die Eltern.

Nicht, weil man sich über die Bedürfnisse des eigenen Kindes hinwegsetzen würde. Sondern, weil Kinder und Jugendliche die Tragweite solcher Entscheidungen noch nicht ansatzweise überblicken können.

Psychotherapie ist medizinisch-therapeutische Hilfe. Kein Wohlfühlformat, kein Coaching, kein Gesprächsangebot.

Eltern tragen hier die Verantwortung – auch dann, wenn ein Kind widerspricht.

Therapie muss nicht gewollt sein, um wirksam zu sein

Ein weiterer weit verbreiteter Irrtum besteht in der Annahme, dass Motivation oder Einsicht die Voraussetzung für eine funktionierende therapeutische Arbeit seien.

In der Praxis ist häufig das Gegenteil der Fall.

Eine wirksame Therapie beginnt vielmehr oft dort, wo jemand keine Worte hat, wo Themen um jeden Preis vermieden werden, wo der innere oder äußere Druck bereits sehr hoch ist.

Gerade bei abwehrenden, vermeidenden Kindern und Jugendlichen darf es deshalb zunächst nicht um Analyse oder Gespräch gehen. Sondern um Stabilisierung, um Sicherheit, um Entlastung.

Was bedeutet das konkret für Sie?

  • Das Nein Ihres Kindes ist kein Entscheidungsmaßstab, sondern ein Hinweis
  • Warten auf Zustimmung verlängert häufig das Leid, statt Ihr Kind zu schützen
  • Entscheidend ist nicht Überzeugungsarbeit, sondern eine klare Haltung zum Thema bei Ihnen als Elternteil und ein passender Zugang zu einer Therapie
  • Sie dürfen als Eltern Unterstützung initiieren und etablieren, ohne dies rechtfertigen zu müssen.

Therapie bedeutet nicht, ein Kind zu etwas zu zwingen. Therapie bedeutet, einen Rahmen zu schaffen, in dem therapeutisches Arbeiten dann später möglich wird.

Meine therapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist genau deshalb anders konzipiert

Aus genau diesen Gründen sind meine Therapien bewusst anders gestaltet. Ich arbeite nicht im klassischen Setting. Ich arbeite nicht im Gesprächsraum mit Erwartungshaltung an Ihr Kind. Ich bin kein Ort, an dem Ihr Kind funktionieren muss.

Der Einstieg in meine Kinder- und Jugendlichen-Therapien ist bewusst niederschwellig und unbedrohlich. Ich duze mich mit den Kindern. Wir sitzen meist nicht in einem Raum, sondern wir sind draußen, in Bewegung, in einer Umgebung, die nicht bewertet und nicht einengt. Die Tiere sind ganz selbstverständlich da.

Am Anfang meiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen steht keine Analyse.

Am Anfang steht Beziehung.

Ich baue ganz bewusst zuerst eine lockere, echte, tragfähige Beziehung auf. Ohne Druck. Ohne Zielvorgaben. Ohne Agenda.

Ihr Kind ist in meiner Praxis keine Nummer, kein Fall, kein Symptomträger. Es wird gesehen und es darf sein.

Kinder und Jugendliche spüren sehr genau, ob sie ernst genommen werden und ob jemand wirklich interessiert ist und zuhört. Ob ihre Themen Gewicht und Bedeutung haben. Genau das ist die Grundlage meiner Arbeit: Kinder und Jugendliche und ihre inneren Themen nicht zu übergehen, nicht zu bagatellisieren, nicht zu pathologisieren – sondern sie ernst zu nehmen. Und in diesem Sinne nehme ich ihre Verweigerungshaltung auch ernst und gebe ihnen die Zeit, die sie brauchen und die Möglichkeit, in ein therapeutisches Setting hineinzuwachsen. Erst auf dieser Basis wird therapeutische Arbeit möglich und dann getragen von Vertrauen und Beziehung.

Was ich Ihnen als Eltern also mitgebe an dieser Stelle: Manchmal heißt verantwortungsvoll sein, unbequem zu werden – nicht gegen das eigene Kind, sondern für seine Entwicklung. Trauen Sie sich und behandeln sie psychische Themen nicht anders als körperliche. Kinder brauchen nicht immer Zustimmung – sie brauchen Führung.

Für mehr Informationen oder Interesse an einem ersten Gespräch oder Therapieplatz erreichen Sie mich jederzeit telefonisch und über WhatsApp unter 0157 30969969 oder per mail unter brands.carolyn@gmail.com

In meinem Podcast Inside Therapie finden Sie viele weitere Infos und können Patienten hören, die von ihrem Weg zum Therapieerfolg berichten

Spezielles Therapie-Format:

Es besteht auch die Möglichkeit, das Thema Ihres Kindes in einer Kompakt-Therapie zu behandeln. In wenigen Tagen intensiver Behandlung erreichen sie in angenehmer Wohlfühlatmosphäre deutliche Erfolge, die sonst Wochen oder Monate benötigen würden. Terminstress und Alltags-Themen bleiben außen vor und Sie können unabhängig vom Therapieangebot an Ihrem Heimatort meinen besonderes Therapiekonzept in Anspruch nehmen