
Ich war schon in Therapie – aber es hat nichts gebracht. Was dann?
„Ich habe schon mehrere Therapieversuche unternommen. Aber immer wieder dasselbe erlebt: bisher hat Therapie nichts gebracht – oder nur sehr wenig bzw nur kurz“ So steigen erstaunlicherweise viele Menschen in das erste Gespräch mit mir ein.
Ihre Therapie hat nichts oder nicht viel gebracht?
Sie haben es versucht. Vielleicht sogar mehr als einmal.
Sie haben sich überwunden, vielleicht monatelang auf einen Therapieplatz gewartet. Sie haben sich auf die Therapie konzentriert, sich geöffnet. Sie haben Dinge ausgesprochen, die sie vorher noch nie jemandem gesagt haben.
Sie haben Hausaufgaben gemacht, Gedankenprotokolle geschrieben, Atemübungen und Meditationen ausprobiert.
Und dann?
Vielleicht hat es eine Weile lang viel verbessert. Vielleicht auch nicht. Aber irgendwann war klar: Es hat sich nichts wirklich verändert. Die Traurigkeit, die Leere ist noch da. Die Erschöpfung ist noch da. Die Essthematik, die psychosomatischen Beschwerden. Oder die Angst. Das Gefühl, irgendwie festzustecken…Das Leben fühlt sich immer noch zu schwer an.
Und jetzt sitzen Sie hier mit einer Frage, die Ihnen weht tut und Sie verunsichert: Liegt es an mir? Bin ich einfach nicht therapierbar? Habe ich mich zu wenig bemüht?
Nein. Die Antwort ist Nein.
Aber es lohnt sich, genauer hinzuschauen, warum es nicht gewirkt hat. Und was stattdessen möglich wäre.
Warum Therapie oft nicht wirkt – oder nicht nachhaltig wirkt
Viele Therapien sind gut. Gut konzipiert, fachlich korrekt, von engagierten Therapeuten begleitet. Und trotzdem bleibt die erhoffte Wirkung aus – oder sie hält nicht an. Das liegt in den seltensten Fällen an der Therapie selbst oder an den Menschen, die sie machen. Es liegt meistens daran, was in der Therapie im Fokus steht. Denn die weitaus häufigste Form therapeutischer Arbeit zielt auf das, was sichtbar ist: auf die Symptome. Auf Angstattacken, depressive Verstimmungen, Schlafprobleme, schlicht auf das Verhalten, das sich verändern soll, auf die Gedanken, die sich drehen. In der Therapie lernt man, damit umzugehen. Man entwickelt Strategien. Man trainiert neue Reaktionen.
Das kann kurzfristig sehr hilfreich sein – und es ist auch nicht falsch. Aber es reicht eben oft nicht.
Denn Symptome entstehen nie zufällig und nie ohne Grund. Sie sind die Sprache des Systems – der Hinweis, dass irgendwo tiefer etwas nicht stimmt. Dass etwas nicht abgeschlossen werden konnte, nicht integriert werden, nicht gelernt werden konnte. Symptome haben in der Regel eine tieferliegende Ursache. Solange diese Ursache nicht gefunden und bearbeitet wird, bleibt der eigentliche Brandherd bestehen. Und dann kehren die alten Symptome zurück – oder es entstehen neue. Denn: wer nur den Feuermelder abstellt, hat das Feuer nicht gelöscht.
Wenn Therapie nichts gebracht hat – was es wirklich braucht: Biografiearbeit und EMDR
Die entscheidende Frage in einer Therapie sollte also nicht sein: wie kann ich mit meinen Symptomen besser umgehen? Die entscheidende Frage ist: Warum ist überhaupt ein Symptom entstanden? Und die Antwort darauf liegt fast immer in der Biografie. Nicht unbedingt in großen, total dramatischen, offensichtlichen Themen oder Traumata – obwohl die natürlich eine Rolle spielen und vorhanden sein können.
Vielmehr sind es sehr häufig die leisen, lang anhaltenden Dinge: Beziehungserfahrungen, die prägend waren, ohne dass man das selbst in den Auswirkungen realisiert hat. Dysfunktionale Muster, die in der Familie gelebt wurden und sich tief ins eigene Erleben und Verhalten eingeschrieben haben. Belastende Lebensereignisse, die nie wirklich verarbeitet wurden, weil keine Zeit, kein Raum, kein Mensch dafür da war. Erfahrungen von zu wenig – zu wenig Sicherheit, zu wenig Geborgenheit, Gesehen-Werden… Oder von zu viel – zu viel Verantwortung, Druck, Anpassung, Überforderung…
All das hinterlässt Spuren. Und diese Spuren formen im Laufe der Zeit Muster – in der Art, wie wir auf Stress reagieren, welche Situationen uns aus der Bahn werfen und warum. Eine Therapie, die diese Muster nicht sucht und findet, arbeitet an der Oberfläche. Sie verändert das Verhaltebn – aber nicht das, was das Verhalten erzeugt. Es braucht also echte, intensive Biografiearbeit: den roten Faden, der direkt von dem, was heute belastet, zurückführt zu dem, was irgendwann seinen Anfang genommen hat.
Hinzu kommt: Biografiearbeit führt dazu, dass man sich selbst plötzlich versteht. Sie hilft dabei, die Entstehung der Symptome als logische Folge des Erlebten zu sehen. Symptome sind dann nicht mehr beliebig, man erkennt den logischen Sinn dahinter. Auf diese Weise steht man den Symptomen nicht mehr als Gegner gegenüber: Symptome werden verständlich als Hinweisgeber auf die Notwendigkeit, sich mit den entsprechenden Themen und Mustern konstruktiv und lösungsorientiert auseinanderzusetzen. Und: damit man steht den Symptomen plötzlich auch nicht mehr hilflos gegenüber.
Aber: Verstehen alleine reicht nicht! Und: Warum EMDR so schnell wirkt
Oft ist es so, dass die Menschen, die zu mir in die Therapie kommen, bereits viel verstanden haben. Sie haben reflektiert, analysiert, Zusammenhänge erkannt. Sie wissen oft schon sehr genau, woher bestimmte Muster kommen. Und trotzdem hat sich nichts verändert. Das ist kein Widerspruch – das ist Neurobiologie.
Belastende Erfahrungen und dysfunktionale Prägungen hinterlassen Spuren nicht nur im Bewusstsein, sondern auf der Ebene neuronaler Verknüpfungen. Das Gehirn hat diese Erfahrungen abgespeichert. Oft werden solche Erfahrungen fragmentiert abgespeichert, oft mit einer hoch emotionalen Verknüpfung. Diese emotionalen Verknüpfungen können sich jederzeit, ausgelöst durch bestimmte Situationen, Worte, Gerüche, Orte…blitzschnell reaktivieren. Schneller, als jeder rationale Gedanke eingreifen könnte. Kognitive Einsicht alleine verändert diese Verknüpfungen nicht. Reden alleine verändert sie nicht.
Was sie verändert, ist Arbeit auf genau dieser Ebene – neuronal, direkt, tief und dauerhaft wirksam. Genau das ist der Ansatz von EMDR. EMDR ist eine wissenschaftlich außerordentlich gut belegte Methode, die direkt mit den neuronalen Mustern arbeitet, in denen belastende Erfahrungen und Prägungen gespeichert sind. Sie ermöglicht es dem Gehirn, diese Erfahrungen neu zu verarbeiten und zu integrieren – und das erstaunlich schnell. Was viele Menschen dabei überrascht: EMDR ist nicht belastend. In einem kontrollierten Rahmen durchgeführt, kann das Gehirn mit Hilfe von EMDR die Verarbeitung auf einer Ebene vollziehen, die unterhalb der bewussten Kontrolle liegt und ruhig, effektiv und in einem Tempo stattfindet, das Menschen nach jahrelangem Stillstand schlicht nicht erwartet hätten.
Themen und Muster, die trotz vieler Gespräche und viel Reflexion jahrelang emotional aufgeladen geblieben sind, verlieren durch EMDR ihre negative Macht. Nicht, weil sie vergessen werden – sondern weil das System sie endlich abschließen kann. Das ist der Unterschied zwischen Verstehen und Verändern!
Was bedeutet das für Sie konkret?
Wenn bisherig Therapie nichts gebracht oder nicht nachhaltig gewirkt hat, dann ist das keine Beweis dafür, dass Ihnen nicht zu helfen ist! Vielmehr ist es meistens ein Hinweis darauf, dass die eigentliche Ursache – das biografische Muster, das belastende Erlebnis, die tiefe Prägung – nicht wirklich gefunden und auf der richtigen Ebene bearbeitet und so aufgelöst wurde.
Was es braucht, ist eine Therapie, die beides leistet.: die Ursachen in der Biografie ernsthaft sucht und findet – und sie dann dort bearbeitet, wo sie wirklich verankert ist. Nicht nur in Ihrem Bewusstsein. Sondern dort, wo sie das System seit Jahren, manchmal seit Jahrzehnten, unter Strom hält. Das Ergebnis einer solchen therapeutischen Arbeit ist nicht, dass „man besser damit umgehen kann“. Das Ergebnis ist, dass es das Thema schlicht nicht mehr gibt. Nicht als Belastung, nicht als Muster, nicht als Symptom.
Und ja – das ist möglich. Auch, wenn sie das gerade vielleicht nicht glauben oder sich nicht vorstellen können.
Wenn Sie merken, dass dieses Thema Sie persönlich betrifft und Sie mit EMDR an den zugrunde liegenden Ursachen arbeiten möchten, begleite ich Sie sehr gerne in einem ersten Gespräch.
Für mehr Informationen oder Interesse an einem ersten Gespräch oder Therapieplatz erreichen Sie mich jederzeit telefonisch und über WhatsApp unter 0157 30969969 oder per mail unter brands.carolyn@gmail.com
In meinem Podcast Inside Therapie finden Sie viele weitere Infos – auch zu EMDR – und können Patienten hören, die von ihrem Weg zum Therapieerfolg berichten
Spezielles Therapie-Format:
Es besteht auch die Möglichkeit, Ihr Thema in einer Kompakt-Therapie zu behandeln. In wenigen Tagen intensiver Behandlung erreichen sie in angenehmer Wohlfühlatmosphäre deutliche Erfolge, die sonst Wochen oder Monate benötigen würden. Terminstress und Alltags-Themen bleiben außen vor und Sie können unabhängig vom Therapieangebot an Ihrem Heimatort mein besonderes Therapiekonzept in Anspruch nehmen